Die Paulskirche in Frankfurt

Sie wird gerne als die Wiege der deutschen Demokratie bezeichnet. Jetzt soll die Frankfurter Paulskirche saniert werden. Es ist Großes geplant. Auch die Bürger sollen dabei ein Wörtchen mitreden können.

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Ein Rundbau mit schlichten Sandsteinwänden, ein Turm auf dem ein goldenes Kreuz steht - die Touristen, die aus den Bussen am Frankfurter Paulsplatz strömen, lassen sie auf dem Weg zum Römer und zur neuen Altstadt meist rechts liegen: die Paulskirche ist kein Touristenmagnet. Das soll sich ändern.

"Die Wiege der deutschen Demokratie", wie der amerikanische Präsident John F. Kennedy den Bau einst bezeichnete, soll bald in neuem Glanz erstrahlen - und zwar möglichst bis zur für 2023 anstehenden 175-Jahr-Feier der Nationalversammlung. Im Jahr 1848 tagte in der Paulskirche das erste gesamtdeutsche Parlament, hier wurde die erste deutsche Verfassung erarbeitet.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bürgerforum zur Zukunft der Paulskirche - Foto: Paulskirche vor dem Krieg

Die Paulskirche vor und nach dem Krieg
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Feldmann schlägt Demokratiezentrum vor

Bis zum Jubiläum gibt es noch einiges zu tun: Der Brandschutz des Gebäudes ist nicht mehr auf dem neuesten Stand, die Akustik ist veraltet, es gibt Probleme mit der Belüftung. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte im vergangenen Jahr angeregt, im Zuge der Sanierung ein Demokratiezentrum zu errichten. Das biete die Chance, die Paulskirche wieder von der lokalen auf die nationale Bühne zu bringen.

"Im Vergleich zu anderen Ländern gehen wir mit dem großen Symbol Paulskirche sehr bescheiden um, wir verkaufen sie unter Wert", sagt er und dürfte sich dabei von einem Beitrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstützt fühlen. Der hatte im März in der "Zeit" gefragt: "Warum hat Deutschland nicht den Ehrgeiz, die Paulskirche zu einer modernen Erinnerungsstätte für die Demokratie zu machen?"

Um all diese Fragen zu klären, hat Feldmann einen Bürgerdialog angeregt, bei dem Ideen gesammelt werden sollen. Dieser startet an diesem Mittwoch im Frankfurter Kaisersaal, wenn Feldmann erste Überlegungen des Planungsbüros AS-P vorstellen will. Dabei wird es auch darum gehen, wo das vorgeschlagene Demokratiezentrum gebaut werden soll. Es gibt dafür verschiedene mögliche Standorte.

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Auch um die Paulskirche selbst geht es. Es gibt Stimmen, die eine Rekonstruktion des Gebäudes in der historischen Form von 1848 vorschlagen. Zuletzt hatte im Mai die AfD im Stadtparlament gefordert, dies zu prüfen. Die Paulskirche war im zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff auf die Altstadt bis auf die Grundmauern niedergebrant und nach dem Krieg bewusst schlicht wieder aufgebaut worden.

Die Idee der Rekonstruktion dürfte allerdings vom Tisch sein. Feldmann und die Koalition aus CDU, SPD und Grünen haben sich schon mehrmals dagegen ausgesprochen.

Sendung: hr-iNFO, 21.08.2019, 8.32 Uhr