Rote Magnesiumfackel, die ziemlich qualmt.

Die Deutsche Umwelthilfe strebt in mehreren hessischen Städten einen Verzicht auf private Silvester-Feuerwerke an - wegen der Feinstaubbelastung. Frankfurts grüne Umweltdezernentin will sich den Böller-Spaß zur Jahreswende jedoch nicht vermiesen lassen.

Trotz regelmäßig sehr hoher Feinstaubbelastung an Silvester stößt ein Antrag zum Verbot privater Böllerei in Hessen bisher auf kein positives Echo. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat sich bundesweit an 31 Kommunen gewandt. In Hessen bekamen die Städte Frankfurt, Darmstadt, Limburg und Offenbach Post.

Umweltdezernentin Heilig: "Den Spaß nicht vermiesen"

In Frankfurt stößt der Antrag auf Ablehnung. Feuerwerke bedeuteten zwar kurzfristig eine sehr hohe lufthygienische Belastung durch Feinstaub. Die Grenzwerte würden aber im Gesamtjahr eingehalten. "Den Menschen den Spaß an Silvester zu vermiesen" sei weder rechtlich notwendig noch sinnvoll, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Auch das Umweltministerium in Wiesbaden wurde angeschrieben. Eine Sprecherin des Umweltministeriums erklärte, die Anträge der DUH seien erst vor wenigen Tagen eingegangen. "Wir setzen uns intensiv mit den Argumenten der DUH auseinander und werden zeitnah reagieren. Eine abschließende Stellungnahme kann jedoch erst nach der Bewertung dieser Anträge abgeben werden."

Die DUH hat in 31 Städten, deren Luft besonders mit Feinstaub belastet ist, ein Verbot privater Silvesterböllerei beantragt. Der Organisation geht es dabei vor allem um belastete Bereiche in den Citys. Stattdessen könnte es Feuerwerke von professionellen Veranstaltern außerhalb der Stadtzentren geben, oder Areale zum privaten Böllern könnten eingerichtet werden.

Limburg: Aus Sicherheitsgründen verboten

In Limburg gibt es in der Innenstadt einige Bereiche, in denen Feuerwerk bereits jetzt aus Sicherheitsgründen verboten ist. "Das ist in der Altstadt der Fall sowie grundsätzlich rund um Krankenhäuser, Altenwohnanlagen und ähnliche Einrichtungen", teilte ein Sprecher mit. "Wir haben dabei die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist und mit einem hohen personellen Aufwand verbunden ist, die entsprechenden Verbote durchzusetzen."

Zum Schreiben der Umwelthilfe erklärte ein Stadtsprecher: "Als kreisangehörige Kommune ist Limburg weder für die Aufstellung des Luftreinhalteplans zuständig, noch Immissionsschutzbehörde." Die betreffenden Behörden würden sicher in den nächsten Wochen den Antrag prüfen.

Darmstadt liegt unterhalb der Feinstaub-Grenzwerte

Schon aus umwelt- und gesundheitspolitischen Gründen sehe man es in Darmstadt als sehr bedeutsam an, Maßnahmen zur Verminderung von Feinstaubbelastungen zu ergreifen, sagte ein Sprecher der Kommune. Allerdings liege die Stadt derzeit unterhalb der geltenden Grenzwerte, anders als bei den Grenzwerten für Stickoxid.

Eine formale Notwendigkeit für ein Verbot von Silvesterfeuerwerk gebe es daher nicht. Dennoch werde man prüfen, inwiefern dies sinnvoll sei. Bislang gebe es keine aktuellen Planungen für Verbote.

In Offenbach sei das DUH-Schreiben gerade erst eingetroffen und werde geprüft, sagte eine Sprecherin. Für den Luftreinhalteplan sei aber das Umweltministerium in Wiesbaden zuständig.

Sendung: hr-iNFO, 3.08.2019, 6 Uhr