Vogelmist Wiesbaden Stare

Die Stare haben ihren Zug nach Süden begonnen. Auf ihrem Weg rasten traditionell tausende Vögel in den Bäumen der Wiesbadener Adolfsallee - zum Leidwesen der Besitzer dort geparkter Autos.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Massenhaft Vogelkot auf Wiesbadener Autos

Vogelmist Wiesbaden Stare
Ende des Audiobeitrags

Die schlechte Nachricht für vogelkotgeplagte Autobesitzer vorweg: Dass es im August und im September bisher nicht so brütend heiß war wie im Rekordsommer 2018, ist den Staren ziemlich piepegal. Die Zugvögel haben ihre Reise in wärmere Gefilde wie sonst auch vor kurzem begonnen. Die größten Schwärme erwartet Bernd Petri, Ornithologe beim Naturschutzbund (Nabu) Hessen für Ende September, Anfang Oktober.

Hot Spot auf den Vogelzugrouten

Heißt für die vogelkotgeplagten Autobesitzer in der Wiesbadener Adolfsallee und andernorts: Das Gros der Vögel zieht wegen der kühleren Witterung nicht etwa schneller durch, ihre unter den mächtigen alten Bäumen geparkten Wagen stehen dieses Jahr nicht etwa weniger lang unter Beschuss. Denn die Vögel koten, wo sie sitzen.

Und das tun sie nun mal besonders gern und Herbst für Herbst in den Bäumen der Adolfsallee nahe des Wiesbadener Hauptbahnhofs. Die Straße ist ein Hot Spot auf den Vogelzugrouten, zumindest bei den Staren. Erfahrene Vögel merken sich die futterreichen und vor Kälte geschützten Orte und sorgen dafür, dass die Schwärme jedes Jahr wiederkommen. So erklärt es der Experte Petri. Aktuelle Fotos zeigen, dass die ersten Vögel dieses Herbstes die Landeshauptstadt erreicht haben.

Vogeldreck bedeckt ein Auto in Wiesbaden

Im Übrigen ziehen die Stare wie andere Tiere zunehmend vom Land in die Städte, weil sie dort mehr zu fressen finden. Der Mensch mit seinem Hang zu Monokulturen, Versiegelung von Grünflächen und Einsatz von Insektiziden schränkt den Lebensraum der stimmgewaltigen Singvögel erheblich ein. "Das hat zur Folge, dass sie auf dem Land mehr und mehr verschwinden, in den Städten aber öfter zu sehen sind", sagt Petri. Insgesamt nähmen die Bestände europaweit deutlich ab.

Stadt hat keine Handhabe

Und so bekommen manche Autobesitzer in Wiesbaden eben etwas ab. Ein Sprecher des städtischen Umwelt- und Verkehrsdezernats sagt, man bedaure, dass Autos durch Vogelkot beschädigt würden und ihre Besitzer öfter als sonst in die Waschstraße müssten. Andererseits müsse man mit den Staren und ihren Hinterlassenschaft leben.

"Kein Bürger wird ernsthaft erwarten, dass man die Bäume fällen lässt oder die Vögel abschießt", sagt der Sprecher. Auch die Stadt selbst sei betroffen: Sie müsse den Spielplatz und die Sitzbänke in der Adolfsallee im Herbst häufiger reinigen lassen. Ansonsten habe man keine Handhabe gegen die Stare.

Sendung: hr4, lestemagreport, 10.09.2019, 17.30 Uhr