Luka Jovic jubelt
Luka Jovic ist ab sofort Teil des Weißen Balletts. Bild © picture-alliance/dpa

Er kam als 19 Jahre altes Talent und geht als Stürmer mit Weltformat: Der kometenhafte Aufstieg von Luka Jovic gipfelt im Wechsel zu Real Madrid. Eintracht Frankfurt bleiben viel Geld und der Blick auf zwei verrückte Jahre.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht verkauft Jovic an Madrid

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Die unglaubliche Geschichte von Luka Jovic begann im Sommer 2017 mit einem tristen Spiel gegen den FC Augsburg. Nach drei Bundesliga-Partien als Zuschauer sollte der damals noch gänzlich unbekannte 19-Jährige mithelfen, einen 0:2-Rückstand aufzuholen. Einwechslung in der 67. Minute, Tor in der 80. Minute, wenig später die erste miterlebte Niederlage als Profi von Eintracht Frankfurt und viele fragende Blicke in der Arena: Kann dieser junge Serbe mal einer werden? Zwei Jahre später ist die Antwort klar: Jovic konnte. Und wie.

Wechsel zu den Königlichen

Innerhalb von nur zwei Spielzeiten bei den Hessen, in denen er insgesamt 32 Tore erzielte, entwuchs der stämmige Angreifer der Eintracht. Jovic traf mit dem Kopf, Jovic traf mit links, Jovic traf mit rechts, zur Not traf Jovic auch mit der Hacke oder per Fallrückzieher. Gegen Düsseldorf schnürte er als jüngster Spieler in der Geschichte der Bundesliga sogar einen Fünferpack. Was für eine Entwicklung, was für ein Stürmer. Und was für ein Verlust für die Eintracht.

Fortuna Düsseldorf @f95

Einfach nur erleichtert, dass der Kerl uns zumindest nächste Saison nicht wieder 5 Stück einschenken kann 😜 #f95 #Jovic https://t.co/7t9mLWuSyC

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Eintracht ist reich wie nie

Denn ab der kommenden Saison wird Jovic das Trikot von Real Madrid tragen, dem größten und glitzerndsten Fußball-Verein der Welt. Seine Mitspieler heißen dann nicht mehr Marco Russ, Gelson Fernandes oder Ante Rebic, sie heißen dann Sergio Ramos, Luka Modric oder Karim Benzema. Ein Aufstieg, den sich Jovic mehr als verdient hat. Der blasse 19-Jährige von damals ist zu einem Stürmer von Weltformat gereift und letztlich einfach zu gut geworden für ein Team wie Eintracht Frankfurt.

60 Millionen Euro Bonuszahlungen sollen sich die Königlichen die Torjäger-Dienste des Nationalspielers dem Vernehmen nach kosten lassen. Im Vergleich zu Transfers wie Neymar (222), Philippe Coutinho (145) oder auch Ousmane Dembelé (120) wirkt das wie Kleingeld.

Die Tatsache, dass Jovic quasi über Nacht zum sechstteuersten Bundesliga-Spieler aller Zeiten aufgestiegen ist, zeigt aber, was für ein Hochkaräter da zwei Jahre im Frankfurter Trikot Tore schoss. Was für die Eintracht nun übrig bleibt, ist ein ordentliches Schmerzensgeld. Den Fans bleibt, ja das klingt platt, die Erinnerung.  

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Jovic ist ein kompletter Stürmer

Erinnerung an einen Mittelstürmer, wie es ihn in Frankfurt sehr lange, vielleicht sogar seit Anthony Yeboah, nicht mehr gegeben hat. Dicke Oberschenkel, Zug zum Tor, im Spiel nach vorne quasi keine Schwäche und im Abschluss das besondere Etwas.

Jovics Hackentor im DFB-Pokalhalbfinale 2018 auf Schalke hätte einen Platz im Eintracht-Museum verdient, sein Kopfballtor in Rücklage beim Hinspiel gegen den FC Chelsea ein eigenes Kapitel in jedem Stürmer-Lehrbuch. "Wenn Jovic am Ball ist, passiert zu 99 Prozent etwas Exzellentes", fasste Innenverteidiger Martin Hinteregger die Performance seines stürmenden Kollegen einmal passend zusammen.

Jovic kann beißen

Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass Jovic unter jedem Trainer eine Weile zur Entfaltung brauchte. Unter Niko Kovac musste er im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal das Laufen lernen. Unter Adi Hütter dauerte es bis zum sechsten Spieltag, ehe der Österreicher endlich die Torjäger-Qualitäten erkannte und dauerhaft nutzte.

Jovic setzte sich trotz Anlaufschwierigkeiten in beiden Jahren durch und ließ sich auch von persönlichen Rückschlägen, beim großen Pokalerfolg gegen den FC Bayern schmorte er aus taktischen Gründen 90 Minuten auf der Bank, nicht umwerfen. Beides Eigenschaften, die ein 21-Jähriger bei Real Madrid sicher gut gebrauchen kann.

Letztes Kapi FC Chelsea

Seinen Spind bei der Eintracht hat Jovic nun geräumt. Bei seinem Frisör, den er oft gemeinsam mit seinen Freunden Rebic, Mijat Gacinovic, Filip Kostic und Branimir Hrgota besuchte, hat er sich verabschiedet. Das Kapitel Frankfurt ist beendet.

Seinen letzten Treffer im Frankfurter Dress, es könnte nicht besser passen, erzielte Jovic damit vor rund vier Wochen beim Halbfinal-Rückspiel in London. Es ging los mit Augsburg und endet mit dem FC Chelsea. Was für eine Geschichte.