Sébastien Haller wechselt von Eintracht Frankfurt zu West Ham United.
Sébastien Haller wechselt von Eintracht Frankfurt zu West Ham United. Bild © Imago Images

Sébastien Haller wechselt von Eintracht Frankfurt zu West Ham United. Der Deal ist durch. Die Vorgeschichte dazu geht aber schon etwas länger - und hat ein paar Wendungen hinter sich.

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Sébastien Haller sitzt auf dem Rasen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Haller-Abgang ein "herber Verlust für die Eintracht"

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Jetzt ist es kein Witz mehr. Jetzt ist es Realität. Sébastien Haller verlässt Eintracht Frankfurt nach zwei Jahren und wechselt in die Premier League zu West Ham United. Nach Luka Jovic verlässt also der nächste aus der Frankfurter Büffelherde den Verein. Es ist ein Abschied mit langem Anlauf, vielen Zwischentönen und einigen Fragezeichen.

Alles begann im März dieses Jahres. Haller war in Topform, die Eintracht durch Erfolge gegen Schachtjar Donezk und Inter Mailand ins Europa-League-Viertelfinale eingezogen. Vorne wirbelte der Büffelsturm und auch in der Bundesliga jagten die Frankfurter von Sieg zu Sieg. Da sprach der Franzose im Gespräch mit der Bild-Zeitung offen über einen möglichen Wechsel.

Haller: "Ich verspreche nichts"

"Ich werde Frankfurt nicht verlassen im Sinne von: 'Ich haue jetzt ab.' Es müsste schon ein Klub sein, zu dem ich unbedingt hin wollen würde", berichtete der Franzose im Frühjahr und fügte hinzu: "Ich werde auch nicht aus rein finanziellen Gründen gehen. Das ist ausgeschlossen." Das klang nach: Wenn ein Topclub kommt, werde ich grübeln. Sonst nicht. Bis zum Saisonfinale war - auch durch Hallers Verletzung im Schlussspurt - wieder Ruhe angesagt.

Nach dem letzten Spieltag ging es aber von vorne los. "Ich verspreche nichts. Es kann alles passieren. Momentan spiele ich für die Eintracht, aber ich weiß noch nicht, was in Zukunft passiert", sprach der Franzose - und verabschiedete sich in den Sommerurlaub. Auf die China-Reise der Hessen durfte er verzichten.

Instagram-Post sorgte für Wirbel

Ruhiger wurde es aber auch danach nicht. Und das hatte Haller selbst zu verantworten. Aus dem Urlaub heraus meldete sich der 25-Jährige per Instagram zu Wort und sprach davon, dass er den Club verlassen würde. Nach einiger Aufregung verkündete der Franzose dann, es sei alles nur ein Spaß gewesen und er würde ja nur den Club, in dem er seinen Urlaub verbracht hatte, verlassen. Manch einer fand das damals noch witzig.

Beim Auftakt im Trainingslager der Eintracht erklärte er sein Instagram-Witzchen dann so: "Das war, weil ich so viel über meine Zukunft und Wechsel gehört habe, ohne dass etwas passiert ist. Ich fand es lustig." Eine gute Woche später war es aber passiert. West Ham United bot einen lukrativen Vertrag, Haller sagte zu. Aus dem Witzchen ist Ernst geworden.

Hütter: "Der Spieler muss selbst entscheiden"

Klar ist aber auch: Damit ein Wechsel erstens derart kurzfristig zustande kommt, aber zweitens doch so schnell und reibungslos über die Bühne geht, müssen alle drei Parteien mitmachen. Auch die Eintracht. Haller hatte keine Ausstiegsklausel im Vertrag, sein Kontrakt lief noch zwei Jahre. Die Hessen erhalten für den Angreifer eine ordentliche Stange Geld, müssen nun aber auch schleunigst für Ersatz sorgen.

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Eintracht-Trainer Adi Hütter würde einen Abgang von Sébastien Haller bedauern.

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zum Video Hütter: Haller-Abgang wäre "rein sportlich gesehen ein Verlust"

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Dem Vernehmen nach war der Wechsel aus Vereinssicht eine Frage des Geldes. Und das stimmte am Ende. Obwohl die Eintracht Haller als Spieler gerne behalten hätte. "Nein" sagten die Verantwortlichen der Hessen aber am Ende auch nicht - obwohl sie es gekonnt hätten. Und so fand dieser Abschied mit Zwischentönen am Mittwoch sein Ende.