In die Verhandlungen über den Bau einer Multifunktionshalle für Frankfurt am Kaiserlei ist nach Monaten wieder Bewegung gekommen. Das Bieterkonsortium Langano will bei der Finanzierung nun doch auf eine Landesbürgschaft verzichten.

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Bei der Planung einer Multifunktionshalle nahe dem Kaiserlei-Kreisel hat das Bieterkonsortium Langano der Stadt Frankfurt ein alternatives Finanzierungskonzept vorgelegt. Dieses sehe keine Landesbürgschaft mehr vor, die Langano lange gefordert hatte, teilte die Stadt mit. "Das führt dazu, das die Verhandlungen jetzt viel einfacher sind", sagte Wirtschafts- und Sportdezernent Markus Frank (CDU) dem hr am Mittwoch.

Keine Mehrheit für Bürgschaft

"Jetzt schauen wir uns das Finanzierungskonzept an. Das wird ein bisschen dauern", sagte Frank. "Wenn es nach unseren Vorstellungen ist, dann wäre der Bieter sozusagen der Erste, der durchs Ziel geht, und könnte den Zuschlag bekommen." Damit ist nun überraschend wieder Bewegung in das Kaiserlei-Projekt gekommen, das zuvor monatelang auf Eis gelegen hatte. Frankfurt hätte die Bürgschaft nämlich anteilig mit einer Rückbürgschaft absichern müssen. Dafür hätte es aber in der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit gegeben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wende bei Verhandlungen für Mehrzweckhalle

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Langano hatte bei der Ausschreibung für Bau, Finanzierung und Betrieb der Multifunktionsarena den Zuschlag als "erster Gesprächspartner" erhalten. Für das Konsortium hätten unter anderem die vereinsfreundlichen Konditionen für die Basketballer der Skyliners Frankfurt und Eishockey-Zweitligist Löwen Frankfurt gesprochen, so die Stadt. Geplant sind zudem Entertainment-Veranstaltungen wie Konzerte.

Stadt will nächste Schritte einleiten

Das Einlenken der Tochter des französischen Sport‑ und Medienkonzerns Lagardère macht nun den Weg für einen erfolgreichen Abschluss des Verfahrens frei. Mit dem Verzicht Langanos auf eine Bürgschaft könne er die nächsten Schritte zur Realisierung des Projekts einleiten, sagte Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU).

Auch Sportdezernent Frank zeigte sich erleichtert. Er hoffe, dass die in den vergangenen Wochen entstandene Verunsicherung bei den Vereinen nun beseitigt werden könne, sagte er. "Vor allem ist mir wichtig, dass unsere Löwen und die Basketballer gute Voraussetzungen haben und ein Zuhause haben."

Konkurrenzprojekt macht Druck

Langano war nicht zuletzt wegen eines möglichen Konkurrenzprojekts unter Druck geraten. Die kanadische Katz Group hatte außerhalb des Ausschreibungsverfahrens eigene Pläne für eine Multifunktionsarena am Flughafen angekündigt.

An Spekulationen über deren Realisierungsschancen wolle er sich nicht beteiligen, sagte Frank. Er werde sich aber auch die Pläne der Kanadier präsentieren lassen. "Vielleicht verträgt Frankfurt ja zwei Multifunktionsarenen."

Sendung: hr-fernsehen, lestemag kompakt, 14.08.2019, 13:00 Uhr