K+S-Speicherstollen unter Tage
An der tiefsten Stelle liegt der K+S-Stollen 700 Meter unter der Erde. Bild © picture-alliance/dpa

Der Hitzesommer 2018 kam den Salzhersteller K+S teuer zu stehen. 110 Millionen Euro verlor der Konzern, weil die Werra zu wenig Wasser führte und er seine Salzabwässer nicht einleiten konnte. Künftig sollen diese 700 Meter unter der Erde zwischengespeichert werden.

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Wenn Flüsse aufgrund anhaltender Hitze austrocknen, stellt das nicht nur Natur und Landwirtschaft vor Probleme. Auch der Kasseler Kali- und Salzhersteller K+S ist an seinen Produktionsstätten im hessisch-thüringischen Kali-Revier auf Fließgewässer angewiesen - um Salzabwässer entsorgen zu können.

Als im Hitzesommer 2018 die Werra beinahe austrocknete, musste der weltgrößte Salzproduzent an zwei hessischen Standorten die Produktion vorübergehend einstellen. Solchen Produktionsausfällen will der Konzern künftig vorbeugen - mit einem Abwasser-Speicher 700 Meter unter der Erde.

Trockenheit kostete K+S 110 Millionen Euro

"Wir haben die Genehmigung zur temporären Einstapelung von 400.000 Kubikmetern unter Tage bekommen", erklärt K+S-Vorstand Burkhard Lohr. Dazu wird ein stillgelegtes Abbaugebiet der Grube Wintershall in Osthessen genutzt werden. Die Abwässer sollen durch eine Eindampfanlage konzentriert und dann durch Rohre in die Tiefe geleitet werden. Zusammen mit den bereits vorhandenen oberirdischen Speicherbecken will K+S so künftig bis zu 1 Millionen Kubikmeter zwischenlagern können - solange, bis diese wieder in die Werra abgelassen werden können.

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Die Produktionsausfälle im Sommer 2018 kamen K+S teuer zu stehen. Auf 110 Millionen Euro beziffert der Konzern den Gesamtverlust. Künftig könnten solche Szenarien "mit großer Wahrscheinlichkeit" ausgeschlossen werden, betont K+S-Vorstand Lohr.

Entsorgung im Grubenbereich gilt als sicher

Allerdings hat das Regierungspräsidium Kassel lediglich eine zeitlich begrenzte Speicherung genehmigt. K+S muss die Salzabwässer also wieder an die Oberfläche pumpen.

Doch in den nächsten Jahren soll das Verfahren zur Dauerlösung werden und die Entsorgungsprobleme im Kalirevier beenden. "Die Zukunft des Standortes Werra hängt im Wesentlichen an dem Erfolg der Einstapelung", erklärte Lohr. Das jetzt genehmigte Projekt sei der erste Schritt.

Im Gegensatz zu anderen Entsorgungswegen - wie der umstrittenen Versenkung im Untergrund - gibt es bei der Nutzung alter Grubenbereiche laut Genehmigungsbehörde keine Sicherheits- und Umweltrisiken. Der neue Speicher befinde sich weit unter dem Grundwasser.

Sendung: hr-fernsehen, lestemag kompakt, 13.8.2019, 16.45 Uhr