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Ab Ende September können Fahrgäste den "Easy" auf dem Mainkai kostenlos nutzen

Autonomes Fahren ist im Trend. Den will auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) nicht verpassen. Er testet jetzt am Frankfurter Mainkai den fahrerlosen "Easy". Demnächst sollen auch Fahrgäste mitfahren können - kostenlos.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Autonomes Fahrzeug am Frankfurter Mainkai im Praxistest

Ab Ende September können Fahrgäste den "Easy" auf dem Mainkai kostenlos nutzen
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Langsam und leise rollt der kleine, weiß-türkise Kasten mit Elektroantrieb am Main entlang. 15 Kilometer pro Stunde ist die Höchstgeschwindigkeit für den "Easy", das erste autonome Fahrzeug, das in Frankfurt zum Einsatz kommt. Ab Ende September können Passanten ihn kostenlos testen. Doch bis dahin muss das Fahrzeug erst einmal die Strecke kennenlernen.

Straßenverlauf, Bürgersteige und Hindernisse wie Mülleimer und Straßenlaternen werden nun gespeichert, damit "Easy" autonom, also ohne Fahrer, am Mainkai Fahrgäste transportieren kann. Die Strecke am nördlichen Mainufer ist seit Kurzem für den Autoverkehr gesperrt und bietet deshalb ideale Testbedingungen.

Für den Notfall fährt ein Operator mit

Das Fahrzeug ist außen mit Sensoren ausgestattet, die Laserimpulse aussenden, um mögliche Hindernisse zu erkennen. Nähert sich zum Beispiel ein Radfahrer, kann das Fahrzeug errechnen, aus welcher Richtung das Rad kommt und wie schnell es ist. "Easy" verringert dann vorsichtshalber die Geschwindigkeit.

Ist das Rad nur noch einen halben Meter entfernt, stoppt "Easy" ganz. Zur Sicherheit ist an Bord aber auch immer ein sogenannter Operator dabei. Er kann die Fahrt ebenfalls stoppen, indem er eine Nottaste drückt.

Tochtergesellschaft kaufte vier autonome Fahrzeuge

"Voll elektrisch, CO2-frei, leise, sicher, und effizient - autonomes Fahren ist einer der Trends der Zukunft und bietet uns eine vollkommen neue Möglichkeit, mobil zu sein", sagt RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. "Wir wollen Erfahrungen mit der neuen Technologie sammeln, um einschätzen zu können, wie man sie in den öffentlichen Nahverkehr integrieren kann", sagt er.

Insgesamt hat die RMV-Tochtergesellschaft fahma vier autonome Fahrzeuge gekauft. Den genauen Preis will der RMV nicht nennen, pro Fahrzeug sei ein unterer sechsstelliger Betrag fällig, heißt es bei der Verkehrsgesellschaft. Das Pilotprojekt wird von der Frankfurt University of Applied Sciences gefördert, die den Versuch wissenschaftlich begleitet. Die Operator und den technischen Support stellen die Verkehrsgesellschaften VGF und traffiq.

Drei Haltestellen auf 700 Meter Strecke

Nach der Eingewöhnungsphase sollen zwei der Fahrzeuge am Mainkai hin- und herpendeln. Auf der knapp 700 Meter langen Teststrecke werden dann drei Haltestellen eingerichtet: An der Untermainbrücke, am Eisernen Steg und der Alten Brücke. Fahrgäste können kostenlos mitfahren, an Bord stehen sechs Sitzplätze zur Verfügung.